Seriöse Rettungshundeausbildung!
Julia Kösters 06.03.2008
Warum gibt es Rettungshunde?
Die Suche nach Vermissten ist nicht Aufgabe der Polizei sondern ist eine ehrenamtliche Tätigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen Mantrail und Fläche?
Fläche:
Der Hund sucht selbstständig eine Person und verbellt diese nach Auffinden entweder so lange bis der
Hundeführer zu seinem Hund aufgerückt ist (Verbeller), oder er pendelt zwischen der Person und dem
Hundeführer hin und her, um so den Hundeführer zur Person zu führen. Dabei zeigt er seinem Hundeführer
unspezifisch jede Person (z. B. auch Pilzsammler) an, die sich in seinem Suchgebiet befindet. Sehr erfahrene
Hunde sind jedoch durchaus fähig zu unterscheiden, ob es sich dabei um einen Jogger, Spaziergänger, oder einen
Menschen in Not handelt.
Mantrail:
Der Mensch verliert pro Minute einige tausend Hautschuppen, die zu Boden fallen. Diese Hautschuppen
verbinden sich mit Aminosäuren der Hautoberfläche und bilden so einen für jeden Menschen individuellen
Geruch. Der Mantrailer verfolgt diesen Individualgeruch einer vermissten Person. Der Geruch wird ihm
später beim Start in Form eines Gegenstandes in einer Tüte, gereicht. Dann verfolgt der Hund nur die
Spur des Geruches und ist dabei in der Lage, andere Gerüche auszublenden.
Wann, wo und warum wird beides eingesetzt?
Der Mantrailer kann die Spur des Vermissten in Gebäude hinein, aus Gebäuden heraus und durch Ort verfolgen.
Er ist richtungsgebend. Kommt er nun an ein unüberschaubares Waldstück oder eine große freie Fläche, wird
hier der Flächenhund angesetzt und sucht ab hier weiter.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Flächenhunde zirka 2 Jahre Mantrailer zirka 21/2- 3 Jahre
Wie oft muss auch mit einem ausgebildeten Hund trainiert werden?
Mindestens 1-2 Mal pro Woche
Welche Hunde eignen sich?
Zum Mantrail eignen sich vor allem Jagdhunde, weil sie motiviert sind, ihre Nase einzusetzen und zu
suchen, und sie außerdem eine sehr deutliche Körpersprache besitzen.
Welche Voraussetzungen benötigen die Hunde?
Sozialvertäglichkeit, vor allem Menschen gegenüber, Umweltneutralität und Motivierbarkeit und Spaß
zum Suchen. Die Hunde müssen neben Einatzüberprüfungen einmal jährlich eine Praktische Gehorsamsprüfung
absolvieren. Hundeführer und Hund müssen sich dieser Prüfung jährlich unterziehen, da ausschließlich
geprüfte Hunde in den Einsatz gehen dürfen und das Team ansonsten die Einsatzfähigkeit verliert.
Wie alt müssen die Hunde sein?
Man sollte mit dem Hund nicht vor dem 6. Lebensmonat anfangen, und dann auch sehr spielerisch beginnen
und den Hund mit Freude an die Nasenarbeit heran führen.
Welche Kosten entstehen?
Kosten für Sprit, oft bis für 200 km, die wir in der Woche zurücklegen, Kosten für Handys und Telefon,
Zubehör zum Suchen für Hund und Mensch?
Wie viel Zeit benötigt ein Rettungshundeführer?
Neben einem Theorieblock, der zu Beginn der Ausbildung absolviert werden muss, kann man mit ca. 15 Std.
pro Woche rechnen. Je nach dem, wie viele Einsätze wir haben, können es leicht mehr Stunden werden.
Wann finden die Einsätze statt?
Wir sind rund um die Uhr alarmierbar.
Wie oft finden Einsätze statt?
Im Durchschnitt waren wir aktiv ca. 40-mal im Einsatz, dieses Jahr 2008 bis jetzt schon 15-mal
Woran erkenne ich eine seriöse Rettungshundeausbildung?
Wichtig ist, dass auf den Hund eingegangen wird. Der Trainingsaufbau und die Trainingsform, das Niveau
des Trainings sollten individuell auf jeden einzelnen Hund abgestimmt werden. Der Trainingsaufbau sollte
kleine Schritte beinhalten, die dem Hundeführer und seinem Hund verständlich nahe gelegt werden. Wichtig
ist außerdem eine klare Trennung zwischen den beiden Ausbildungsgebieten Fläche und Mantrail.
Wer beauftragt die Rettungshundestaffeln zum Suchen?
Integrierte Rettungsleitstelle oder Polizei direkt
Welche Lernmethoden werden eingesetzt?
Die gesamte Ausbildung wird nur mit Spiel, Spaß und positiver Verstärkung durchgeführt, da zwischen dem
Hund und seinem Führer ein beidseitiges, tiefes Vertrauensverhältnis bestehen muss, welches durch Zwang
nicht herzustellen wäre. Beloht werden die Hunde entweder über Beute oder über Futter, je nachdem, was
die Hunde lieber mögen und anbieten. Um so erfahrener und sicherer sowohl Hund als auch Hundefüher werden,
umso höher werden auch die Anforderungen im Training.
Warum werden Hunde zum Suchen von Vermissten eingesetzt?
Ihre Nase fünktioniert besser als ein Ortungsgerät, sie sind zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzfähig,
und sie sind bis zu einem gewissen Maße bei jeder Witterung einsetzbar. Wir sind als Rettungshundestaffel
in der Kette der Möglichkeiten zur Vermisstensuche ein "Hilfsmittel".
von Julia Kösters
Mantrailer und Rettungshunde Starnberg e.V.










